Die Frage war simpel: Bekomme ich mehr Budget, wenn ich verhandle, oder wenn ich dokumentiere?
Ausgangslage und Methode
Über 14 Monate habe ich bewusst zwischen 2 Vorgehensweisen gewechselt. Ungerade Quartale: Anträge über E-Mail-Ketten mit strukturierten Anhängen. Gerade Quartale: klassische Meetinganfragen mit Präsentation.
Was die Zahlen zeigten
In den E-Mail-Quartalen lag meine Genehmigungsquote bei 4 von 6 Anträgen. In den Meeting-Quartalen bei 2 von 6. Der Unterschied war nicht die Qualität der Anträge, beide Wege hatten dieselbe inhaltliche Grundlage. Der Unterschied war, wann die Entscheidungsträger Zeit hatten, sich zu konzentrieren.
Warum das für Introvertierte relevant ist
Im Meeting hängt viel vom Moment ab, von der Raumenergie, davon wer gerade müde ist. Per E-Mail lese ich meinen Antrag in Ruhe, der Empfänger liest ihn in Ruhe. Kein Zeitdruck, kein Gruppeneffekt. Für Personen, die lieber schreiben als spontan sprechen, ist das ein strukturell anderes Terrain.
Der Wechsel vom Meetingraum in das Textfeld hat für mich mehr verändert als jedes Kommunikationstraining.